November

Allerheiligen. Schon der Name des katholischen Festes läßt einen leicht frösteln. Assoziiert man ihn doch mit kühlem, nebligen Novemberwetter, kurzem und schwachem Tageslicht, sowie mit Temperaturen, die sich mühsam nach einem zweistelligen Wert strecken, ihn jedoch meist nicht erreichen. Bevor wir uns an diesem Feiertag auf den Weg zum Verwandtschaftsbesuch mit anschließendem abendlichen Beisammensein aufmachten, belegte Süssi ein weiteres Mal, daß ich sie aus gutem Grund so nenne, und daß sie manchmal Dinge tut, die man so nicht erwartet.

Aufstehen, eine Stunde zum Wachwerden unter Zuhilfenahme der Droge Koffein, dann in die wohlige Badewanne, den zierlichen Süssi-Körper verwöhnen und sich anschließend schön machen für den unwirtlichen ersten Novembertag. Natürlich nicht für den Tag, sondern in erster Linie für sich selbst – zugegeben: vielleicht auch ein klein wenig für mich!

Meine Frau ist immer schön. Besonders, wenn sie sich schön macht. Meine Frau kleidet sich immer gut und ein klein wenig sexy. Natürlich mir zum Gefallen! Dennoch: Es ist November – der erste. Es ist kühl draußen, und es regnet. Gefühlt befinden wir uns Lichtjahre von der zauberhaften, aufregenden Riemchensandalettenzeit und den nackten Füßchen entfernt. Erst recht von nackten Süssi-Füßchen! Insofern ist meine Erwartungshaltung moderat, als ich verschwitzt aus dem Trainingsraum kommend der Dusche entgegen strebe, der Dusche, die sich in dem Bad befindet, welches Süssi soeben um einen schnöderen Ort, nämlich den des Ankleideraumes, verlassen hat.

Wie an anderem Orte bereits beschrieben, bin ich Experte beim Erraten der High Heels, die Süssi für den anstehenden Tag ausgewählt hat: Das dem Heelsfetischisten überaus reizvolle Klacken der hohen Absätze ist mir dazu Indikation genug.

Ich dusche also. Demzufolge ist meine Fähigkeit, Geräusche aus dem nebenan befindlichen Ankleideraum zu vernehmen, stark eingeschränkt. Heute erwarte ich jedoch keine Hitzewallungen bei ihrem Anblick (was nicht ganz korrekt ist: Süssi verursacht diese Art der Transpiration auch mit verhüllten Füßchen, jedoch reduziere ich als ihr Füßchen- und High Heels-Fetischist meine primären Empfindungen einmal mehr auf die kleinen weiblichen Kurven an den unteren Enden ihrer Beine). Und doch…und doch erreicht das Klacken ihrer Stöckelschuhe diffus meine Gehörgänge, die, jener Geräusche beinahe bis zur Perfektion vertraut, ein anderes Klacken vernehmen, als das der hochhackigen Stiefel, die ich eigentlich für den besagten ersten Novembertag mit seiner feuchtkühlen Witterung in Betracht gezogen hatte.

Es dauert eine Weile, bis sie schließlich ins Bad stöckelt, unwiderstehlich hilflos, da sie soeben ihre Fingernägel rot lackiert hat, und, beim Versuch, den Trocknungsprozeß des Lackes zu beschleunigen, ihren Nägeln ihre warme Atemluft entgegen haucht. „Ich muß mir nur noch meine Lipplis anmalen…gefalle ich Dir?“ ruft sie mir in die Duschkabine zu.

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Sie trägt ihre neue, enge Lederimitathose mit den Reißverschlüssen am Beinabschluß, hauchzarte Nylonstrümpfe (ich schätze 15 den – lasse mich aber gerne belehren, sollten sich Expert(innen) unter meinen Lesern befinden. Und sie trägt ihre 11-cm High Heel Sandaletten der Cindy Crawford-Collection aus dem vorvergangenen Sommer!

Ihr Kommentar, Zitat: „Sie sind bequem, ich kann trotz der 11 cm sehr gut darin gehen, auch über einen längeren Zeitraum. Man kann sie gut zu dieser Hose kombinieren, da sie mit ihren Nieten ein bißchen „rockig“ aussehen. Und ich weiß, daß sie Dir gefallen!“

Einfach betörend. Und diesen Anblick darf ich den ganzen Tag inklusive Abend genießen. Ich stehle mir einige unbeobachtete Momente im Laufe des Tages, um ihre Füße in den Heels auf meinen Schoß zu legen und ihre nylonbestrumpften Zehchen zu küssen. Ich nutze einige unbeobachtete Momente im Laufe des Tages, um meine Zunge über ihren Fußspann der Sohle entgegen wandern zu lassen. Ich halte in einigen unbeobachteten Momenten ihren Stöckelabsatz in der einen Hand, um mit dem Finger der anderen sanft in den leicht feuchtwarmen Raum zwischen Zehen und Innensohle ganz vorn an der Spitze der High Heels einzudringen.

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Ich muß mich einige Male schnellstens wieder zurückziehen, da die kurze, aufregende Phase des Alleinseins durch wieder in den Raum eintretende Personen beendet wird. Wir werfen uns verstohlene Blicke zu, ein Augenaufschlag nur, ein Zucken ihrer Lippen genügt, um mir ein Zeichen zu geben: Es besagt: „Wir beide hüten ein kleines Geheimnis, das die anderen noch nicht einmal ahnen!“ Naja, denke ich, vielleicht ahnt es der eine oder andere doch – denn welche Frau trägt an Tagen wie diesen superhohe, sexy High Heels? Sie muß etwas Besonderes sein!

Das ist sie – etwas Besonderes! Und es sind Momente, die einen solchen tristen Novembertag unvergeßlich machen können!

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3 Kommentare zu “November

  1. Creativ(e) Photography - Made in Germany sagt:

    Yoh , kann mich dem Vor-Poster einfach nur anschliessen. Liest sich gut ! 😉

  2. dany1705 sagt:

    Ich finde Deinen Schreibstil nach wie vor wunderschön und ich bin richtig gerührt, wie sensibel und schwärmerisch Du über Deine Frau sprichst. Ich glaube, Du bist ein wundervoller Mensch. Auch wenn ich Dich persönlich nicht kenne, bist Du mir unglaublich sympathisch.

    • rraskolnikow sagt:

      Schreiben und Lesen gehören neben dem Thema meines Blogs zu meinen Passionen. Wobei Letztere in der Anonymität verbleiben muß. Ich freue mich aufrichtig über Deinen Kommentar, viele Grüße,
      R.

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